Fast jeder Mensch, der in einem Industriestaat lebt, unterzieht sich im Laufe seines Lebens einer oder mehrerer Operationen. Viele von uns kommen schon im OP-Saal zu Welt – bei einem Kaiserschnitt. Egal ob Routineeingriff oder eine komplizierte Operation – immer braucht der Arzt dazu spezielles Werkzeug. Doch was ist das alles, was in einem OP fein säuberlich sortiert auf dem Tisch liegt?

"Sieb" heißt die Zusammenstellung von Instrumenten für eine Operation, weil Skalpelle, Zangen und Scheren in Metallsieben sterilisiert werden. Neben dem "Grundsieb" mit den Werkzeugen, die bei allen Eingriffen gebraucht werden, gibt es Zusammenstellungen von Spezialinstrumenten – zum Beispiel das Magen-Darm-Zusatzsieb, das für eine Gallenoperation nötig ist. Gallenblasen entfernen Chirurgen heute allerdings meist minimalinvasiv.
 

Das wohl wichtigste Werkzeug der Chirurgie ist neben allerhand Klemmen und Scheren das Skalpell – auf Latein: Scalprum. Die Römer entwickelten es etwa im 3. Jahrhundert. Damals bestand es aus einem bronzenen Griff mit einer einfachen stählernen Klinge. Allerdings machten sich Menschen schon viel früher am Körper anderer zu schaffen: Um 2000 vor Christus schnitten Steinzeitmenschen nachweislich mit Flintsteinmessern in die Kopfhaut anderer, aus Afrika ist bekannt, dass man dort nach Geburten die Nabelschnur mit einem scharfen Palmblatt durchtrennte.

Einwegmesser kamen in der Chirurgie erst ab Beginn des 20. Jahrhunderts zum Einsatz – Skalpelle, deren Klinge sich nach Gebrauch – ähnlich wie bei einem Teppichmesser – wegwerfen lässt, sind erst seit Kurzen Standard in Kliniken.

Die Infografik mit den verschiedenen Instrumenten können Sie als PDF herunterladen.

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