Muschebubu bezeichnet eine Stimmung, die noch gemütlicher ist als gemütlich. Im Osten war das Wort sehr verbreitet. Man wusste, welches das richtige Muschebubu-Licht ist – vielleicht das Licht, das wir aus dem Mutterleib kennen. Man sieht die Dinge gerade noch gut genug, um sich ihnen hinzugeben. Es wird gern gefragt, warum sich die Ostdeutschen so unverklemmt der Liebe hingaben. Ganz einfach: wegen der Muschebubu-Stimmung. Die Herkunft des Wortes liegt im Dunkeln. Die Sachsen behaupten: Es ist unser. Aber vielleicht entfuhr es dem Urmenschen, der das Feuer einfing, es in die Höhle trug und ganz in Muschebubu-Stimmung über sein Weib herfiel. Muschebubu könnte also so alt sein wie die Menschheit, deren Wiege vermutlich nicht in Pirna stand.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio