Video - Powerfrau: "Vorsicht mit Kritik!" Mit der richtigen Vorbereitung und dem richtigen Ton können dem Chef auch Fehler in seinem Führungsverhalten aufgezeigt werden. Marion Knaths über die Kritik an Vorgesetzten und wie sie am besten geäußert wird

Was ein Tsunami für ein Strandhäuschen ist, kann ein unbedachtes Wort für Ihre Karriere sein: das Ende aller Träume. Doch wer ist sich dessen schon bewusst? Nicht einmal mittlere Führungskräfte. Viele äußern sich gegenüber ihren Mitarbeitern abfällig über die Geschäftsleitung, Motto: "Ist zwar idiotisch, aber kommt von oben!" Solche Sätze sind wie Billardkugeln: Sie werden über Banden gespielt, bis sie in den Ohren des Kritisierten landen. Dann schlägt die Äußerung auf ihren Urheber zurück. Und wie!

Egal was Sie in der Firma sagen, gehen Sie davon aus: Es bleibt nicht im Raum! Wie viele Chefkritiker sind schon vom Bumerang ihrer eigenen Worte umgemäht worden.

Jede Woche gibt der Coach Martin Wehrle Tipps für den Erfolg im Job in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn"

Wie viele Kollegen, die nur einem "Arbeitsfreund" von ihren Wechselplänen erzählt hatten, wurden vor der ganzen Mannschaft als Landesverräter angeprangert. Und wie oft ist Vertrauliches aus der Firma, etwa eine Affäre des Geschäftsführers mit seiner Sekretärin, auf schnellen Sohlen durch die ganze Stadt gelaufen, nicht ohne den Namen des Gerüchteabsenders mitzunehmen.

Der Mund ist eine Waffe, mit der man sich im Job selbst hinrichten kann. Es sei denn, man tut das, was Hemingway indirekt empfiehlt – frühzeitig das Schweigen lernen. Natürlich können Sie Ihrem Kollegen erzählen, was Sie verdienen. Aber wer garantiert Ihnen, dass er morgen nicht beim Chef auf der Matte steht, mit Verweis auf Ihren Gehaltszettel. Und auf wen, glauben Sie, fällt die Sache dann zurück?

Natürlich können Sie in kleiner Runde sagen, dass Sie einen Kunden für einen Schwachkopf halten. Aber wer garantiert Ihnen, dass Ihr Chef nicht von dieser Äußerung erfährt – und dann einen Fehler von Ihnen zum böswilligen Sabotageakt aufbläst?

Wenn Sie Vertrauliches für sich behalten, Despektierliches nicht aussprechen und Ihre Teilnahme an der Lästerrunde verweigern, hat das gleich zwei Vorteile: Erstens laufen Sie nicht Gefahr, über Ihre eigene Äußerung zu stolpern. Und zweitens gelten Sie bald als vertrauensvolle Persönlichkeit unter losen Mundwerken. Auf diese Weise avancieren Sie zu jemandem, dem wirklich vertrauliche Informationen ins Ohr geflüstert werden, nicht nur platte Gerüchte.

Dieses Geheimwissen, zum Beispiel über eine frei werdende Traumstelle, können Sie zu Ihrem Vorteil nutzen. Indem Sie handeln, statt lange zu reden.