In begehrten Fächern wie Medizin wird es zu einem harten Verdrängungswettbewerb kommen: An einigen Universitäten ist mit einem Numerus clausus von besser als 1,0 zu rechnen (den können Schüler erreichen, wenn sie mit einer Zusatzprüfung Bonuspunkte erlangen). Diesen Druck werden die Unis aber nicht spüren, denn wer den NC nicht schafft, landet dort ja nicht. Das wird eher für miese Laune in vielen Familien sorgen.

Aufruhr könnte es aber in den nicht NC-bewehrten Massenstudiengängen geben. Auch wenn die Hochschulen zur Bewältigung der hohen Studentenzahlen zusätzliche Gelder erhalten, muss man mit überfüllten Hörsälen oder einem nicht ausreichenden Angebot an Tutorien rechnen. Das wäre der Stoff für Studentenproteste im Jahr 2011.

Aber sollte man sich mit derartigen Prognosen nicht zurückhalten?

Eigentlich schon. Allerdings lehnt sich der Autor dieser Zeilen nicht zum ersten Mal weit aus dem Fenster. Anfang 2009 bezeichnete er an dieser Stelle die schwarz-grüne Schulreform in Hamburg als politische Torheit: "Nachdem die Grünen schon zwei Kröten schlucken mussten (Elbvertiefung, Kohlekraftwerk Moorburg), könnte ein Scheitern der Schulreform das Aus der Koalition bedeuten. Für die Schulen wäre das kein Verlust."

Im Sommer 2010 scheiterte die Schulreform am Volksentscheid. Im Herbst war Schwarz-Grün in Hamburg am Ende .