Powerfrau: Tue Gutes und rede darüber! Marion Knaths erklärt, wie der eigene Name mit Erfolg verknüpft werden kann

Nehmen wir einmal an, Sie liefen einen neuen Weltrekord auf 100 Meter: 9,5 Sekunden. Was würde Ihnen diese Leistung bringen? Anerkennung? Weltruhm? Werbeverträge? Vielleicht nichts von alldem. Denn wer hat die Stoppuhr gedrückt? Wer kann Ihren Lauf bezeugen? Welche Kameras haben ihn rund um den Globus getragen? Eine Leistung, die keiner sieht, bleibt ohne Außenwirkung.

Das können Sie auf Ihre Spitzenleistungen im Job übertragen: Wer drückt die Stoppuhr, erkennt den Wert Ihrer Ergebnisse? Gibt es Zeugen, die über Ihrer eigenen Hierarchieebene stehen, direkte Chefs oder gehobene Vorgesetzte? Sind Sie wirklich fit, wenn es darauf ankommt – etwa beim entscheidenden Meeting –, oder eher ein Trainingsweltmeister, dessen Geistesblitze nur hinter den Kulissen leuchten? Und wenn Sie Erfolge haben: Wie sorgen Sie dafür, dass diese Nachricht auf schnellen Füßen durch die Firma, vielleicht sogar die Branche läuft?

Jede Woche gibt der Coach Martin Wehrle Tipps für den Erfolg im Job in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn"

Mag sein, Sie halten mir jetzt entgegen: " Ich will durch meine Leistung überzeugen . Nicht durch große Sprüche." Diese Haltung finde ich sympathisch. Aber kommen Sie damit im Job vorwärts? Es gibt zwei Arten von Leistung: eine tatsächliche und eine gefühlte Leistung. Meist entscheidet die gefühlte Leistung – die Wahrnehmung der Chefetage – darüber, ob Sie erkannt oder verkannt werden.

Oder haben Sie es noch nie erlebt, dass ein Dünnbrettbohrer befördert wurde? Ein Leistungszwerg belobigt? Ein Schaumschläger zum Vorbild erklärt? Dass einer, wie Heinz Erhardt es ausdrückt, glänzt, obwohl er keinen Schimmer hat? Eine Studie beim Computerkonzern IBM ergab schon vor Jahren: Ob jemand befördert wird, hängt nur zu 10 Prozent von seiner Leistung ab und zu 90 Prozent davon, wie er sie verkauft und mit seinen Chefs auskommt – von der gefühlten Leistung.

Egal, ob Sie ein wichtiges Projekt stemmen, eine geniale Idee entwickeln oder einen Markt erschließen: Sorgen Sie dafür, dass Ihr 100-Meter-Lauf publik wird. Spielen Sie den Regisseur Ihrer eigenen Leistung, erzeugen Sie Bilder und Szenen.

Reden Sie bei Meetings und Kongressen, schreiben Sie Hausmitteilungen und Fachbeiträge, lassen Sie die Chefetage von Ihrem Husarenstreich wissen – so lange, bis Ihr Name wie ein Gütesiegel an der Leistung haftet. Glänzen ist nämlich erlaubt – sofern Sie einen Schimmer haben