ZEIT: Auf welche Weise ?

Drewek: Zwölf von unseren insgesamt 20 Fakultäten bilden Lehrer aus. Über diesen Fakultäten installieren wir eine Querstruktur, die vor allem für die Masterstudiengänge eine echte Verbindung zwischen den einzelnen Fachdidaktiken schafft. Wir werden erstmals ein elektronisches Vorlesungsverzeichnis erstellen, das alle Angebote nur für Lehramtsstudierende auf einen Blick zeigt. Dies ist für uns auch ein wichtiger Baustein zur Qualitätssicherung. Außerdem werden wir Kurse anbieten, etwa zu überfachlichen Schlüsselqualifikationen, die alle Lehrer brauchen, um im Schulalltag durchzukommen.

ZEIT: Das klingt aber sehr nach einer virtuellen School of Education.

Drewek: Da haben Sie zum Teil vielleicht recht. Aber zur Professional School of Education gehört auch ein Center of Educational Studies, in dem die unterrichts- und berufsbezogene Bildungsforschung dauerhaft gebündelt wird. Hier soll unter anderem die Forschung der in den Fachdidaktiken neu einzurichtenden Juniorprofessuren angesiedelt werden. Über die pädagogisch-psychologischen Ansätze hinaus soll besonders in der Bildungssoziologie geforscht werden, aber auch in weniger prominenten Feldern, wie zum Beispiel im Bildungsrecht, in der Bildungsverwaltung und sogar mit hermeneutischen Methoden. Damit haben wir einen thematisch und methodisch sehr viel breiteren Forschungsansatz in der Lehrerbildung als heute üblich.

ZEIT: Und das soll die Rückbindung der Forschung an den Lehreralltag herstellen?

Drewek : Das alles – und das neue Lehrerpromotionskolleg. Dort wollen wir, soweit rechtlich und politisch möglich, jährlich bis zu ein Dutzend Junglehrer neben ihrem Berufseinstieg fördern. Sie sollen ein Stipendium erhalten, das ihnen den Umstieg auf Teilzeit ermöglicht, damit sie parallel zum Schulalltag weiter lernen und forschen können.