Die Deutschen zocken wieder. Und zwar ausgerechnet mit Zertifikaten – jener Form der Geldanlage, die noch vor zwei Jahren als "Massenvernichtungswaffe" geschmäht wurde. Zur Erinnerung: Damals ging die Lehman-Bank pleite. Die hatte mithilfe deutscher Banken jede Menge Zertifikate bei hiesigen Kleinsparern untergebracht. Mit dem Untergang von Lehman war das Geld in der Regel weg, denn die Zertifikate waren nicht von der Einlagensicherung geschützt. Damals schwor sich die Republik, auf ewig die Finger von diesen Finanzprodukten zu lassen.

Heute – zwei Börsenboomjahre später – hat das Angebot an Zertifikaten ein neues Rekordniveau erreicht, und auch das in Zertifikate investierte Vermögen wächst hierzulande rasant. Wer dagegen seine guten Vorsätze aus der Lehman-Ära noch nicht vergessen hat und heute nach einer sicheren und einigermaßen einträglichen Geldanlage sucht, hat es schwer. Gut, dass die Zeitschrift Finanztest eine Möglichkeit für risikoscheue Anleger gefunden hat: den Bausparvertrag , eine klassische und beinahe spießige Form der Geldanlage, bei der man sieben Jahre lang Beträge ansammelt und anschließend über sein Erspartes und einen vergünstigten Baukredit verfügen kann.

In Zeiten allgemein niedriger Kreditzinsen ist der Teil mit der Baufinanzierung uninteressant. Erfreulich ist, dass manche Bausparverträge eine Rendite von drei, vier oder sogar fünf Prozent pro Jahr erzielen. Das hängt zwar unter anderem davon ab, wie alt man ist und ob man vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber bekommt. Und natürlich hat Finanztest auch einige Anbieter ausgemacht, die mehr versprechen, als sie halten. Grundsätzlich aber sollte man bedenken, dass kein ähnlich sicheres Produkt derzeit vergleichbare Zinsen bringt.

Wem das zu altbacken ist, dem sei ein Mittelweg empfohlen. Es gibt auch Zertifikate mit Kapitalschutz. Man muss seine Bank gezielt danach fragen. Dann kann man mehr herausholen – und hat im Krisenfall wenigstens eine Chance, keine Verluste zu machen.