"Wenn das Glück an die Tür klopft, stell ihm einen Stuhl hin", lautet ein altes Sprichwort, und es könnte auch als Motto über ihrem Leben stehen. Schließlich hat sie behauptet, sie sei in ihrem "ganzen Leben niemandem begegnet, der so zum Glück begabt gewesen wäre wie ich". Das klingt zunächst wunderschön – und birgt doch stille Fragen: Hat sie dem Glück erlaubt zu bleiben? Oder hat sie womöglich den entscheidenden Moment verpasst?

Ihre frühe Kindheit zumindest muss heiter und behütet gewesen sein. Die Sommer verbrachte sie auf dem Landsitz des Großvaters, gemeinsam mit der geliebten Schwester. Dort lernten die zwei Mädchen die Welt der Tiere, Bäume und Blumen kennen. Und auch die der Bücher, mit fünf Jahren konnte sie angeblich schon lesen und schreiben. Ihre Mutter war streng gläubig; der Vater, ein Jurist, spielte abends Laientheater. Beide Eltern waren sich einig, dass die Töchter eine Ausbildung brauchten und steckten sie in eine katholische Privatschule. Dort glänzte sie mit den besten Zensuren, quer durch alle Fächer; mit 15 träumte sie davon, Bücher zu schreiben. In ihrem Innern aber hatte die äußerlich scheinbar intakte Welt längst Risse bekommen. Die fromme Mutter war ihr fremd geworden, den Glauben an Gott hatte sie seit der Pubertät verloren, das patriarchalische Weltbild des Vaters lehnte sie ab. Trost bot allein die Schwärmerei für einen Cousin – bis der sich mit einer anderen verlobte.

Doch das vermeintliche Unglück entpuppte sich bald darauf als Glück. Denn nun war sie frei für die Liebe zu dem Mann, dessen Namen sie bereits kannte, bevor sie ihn traf. Am meisten faszinierte sie, hat sie einmal gesagt, dass "er nie aufhört zu denken". Langweilig würde es mit ihm also nicht werden – oder doch? Jahre später hat sie ausgeplaudert, dass er "quicklebendig" sei – "überall, außer im Bett". Doch ein Leben ohne ihn konnte sie sich gleichwohl nicht mehr vorstellen. Auch dann nicht, als sie sich Hals über Kopf neu verliebte. Obgleich nicht mehr jung, fühlte sie sich begehrt und schön wie nie zuvor: "Er war nackt, ich war nackt, und ich fühlte keine Scham; sein Blick konnte mich nicht verletzen, er prüfte mich nicht. Von den Haaren bis zu den Zehen lernten seine Hände mich kennen…". So beschrieb sie später in einem Roman die erste Liebesnacht. Der begabte Lover aber hat ihr nie verziehen, dass sie die Details ihrer Leidenschaft veröffentlichte. Noch fast zwei Jahrzehnte später fühlte er sich und ihre Liebe verraten und klagte in einem Artikel: "Wird sie jemals aufhören zu reden?"

Knapp vier Jahre währte diese Liebe, dann lag sie endgültig in Scherben. Und doch – als die berühmte Autorin vier Jahrzehnte später starb, trug sie zur Verwunderung vieler den Ring, den er ihr einst geschenkt hatte. Ahnte sie, dass sie den Moment verpasst haben könnte, als das größere Glück an ihre Tür klopfte? Statt ihm einen Stuhl hinzustellen, war sie gegangen. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 1:

Hans Albers (1891 bis 1960) lebte zuerst in Hamburg; mit 16 Jahren wurde er als Kaufmannsgehilfe nach Frankfurt am Main geschickt. Von dort tingelte er nach Berlin, wo er in "Liliom" als Schauspieler reüssierte. In Stummfilmen fand er nur in Nebenrollen Verwendung, weil seine hellen Augen im Film wie Löcher wirkten, dafür war er mit seiner Sprechweise auf Anhieb der Star des Tonfilms. Als bestbezahlter Ufa-Star blieb er in innerer Distanz zu den Nazis, ließ sich aber in propagandistischen Filmen besetzen. Klaus Mann fand vernichtend kritische Worte für ihn. Offiziell trennte er sich von seiner jüdischen Lebensgefährtin Hansi Burg, die nach dem Krieg zu ihm zurückkehrte