Wer bisher Geld an einem fremden Bankautomaten abhob, erfuhr oft erst mit dem nächsten Kontoauszug, wie teuer das war – im Schnitt waren jeweils mehr als fünf Euro fällig. Das ändert sich jetzt . Seit dem vergangenen Wochenende müssen Nutzer direkt an der Maschine auf die Kosten hingewiesen werden. Billiger wird es aber nicht überall : Während private Banken künftig maximal 1,95 Euro je Fremdabhebung verlangen, nehmen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken weiterhin sehr unterschiedliche Gebühren. Wer als Kunde der Sparkasse bei der Deutschen Bank abhebt, dürfte somit weitaus billiger davonkommen als umgekehrt der Deutsche-Bank-Kunde bei einer Sparkasse.

Verbraucherfreundlich ist das nicht. Die Sparkassen nutzen ihre starke Position, schließlich haben sie mit 27.500 Geräten das größte Netz von Geldautomaten in Deutschland. Die in der Cash Group vereinten privaten Banken verfügen über nur rund 9000 Automaten im Land. Warum sollte man der privaten Konkurrenz also einen Gefallen tun?

So lobenswert die neue Transparenz auch ist (obwohl es eigentlich selbstverständlich sein sollte, im Vorhinein über den Preis für eine Leistung informiert zu werden), bleibt es bedauerlich, dass sich die Finanzbranche zu einheitlichen Gebühren nicht durchringen konnte. Ebenso bedauerlich bleibt, dass man den Kunden verschweigt, dass Machtkämpfe und nicht etwa hohe Betriebskosten dafür verantwortlich sind. Zwar müssen auch Geldautomaten gekauft oder geleast werden. Zwar müssen sie mit Scheinen befüllt und die Buchungen zwischen den Banken abgerechnet werden. Das alles aber, so haben die Verbraucherzentralen ausgerechnet, kostet je Abhebung nicht einmal einen Euro. Und wenn man noch bedenkt, dass die Automaten seit den späten siebziger Jahren unter anderem auch deshalb flächendeckend eingeführt wurden, um Personalkosten am Kassenschalter zu senken, erscheinen selbst die gerade gesenkten Gebühren der Privatbanken noch als teuer.