DIE ZEIT: Herr Mappus, kaufen Sie Biofleisch?

Stefan Mappus: Ich kaufe eher selten ein, nicht, weil ich nicht möchte, sondern weil das zeitlich schwierig ist. Meine Frau kauft aber bei einem Metzger, der regionale Produkte anbietet.

ZEIT: Wer kocht bei Ihnen?

Mappus: Erstens bin ich kein sehr begnadeter Koch, zweitens bin ich selten zu Hause, daraus folgt: zumeist meine Frau.

ZEIT: Wer besteht auf der Mülltrennung, Sie, Ihre Frau oder die Kinder?

Mappus: Das ist in Baden-Württemberg seit über 20 Jahren eingeübt, das macht man automatisch. Also: Wir trennen gemeinschaftlich.

ZEIT: Jemals lange Haare gehabt?

Mappus: Ein bisschen länger, aber nicht lang. Suchen Sie kompromittierende Bilder aus meiner Jugendzeit?

ZEIT: Haben Sie welche?

Mappus: Jedenfalls keine mit langen Haaren...

ZEIT: Wir fragen uns: Was haben Sie eigentlich gegen die Grünen?

Mappus: Bestimmt nichts, das mit meinem Haarschnitt oder der Mülltrennung zu tun hat.

ZEIT: Sie beschimpfen die Grünen als "Dagegen-Partei" . Sie wollen nicht mit denen.

Mappus: Ich habe versprochen, die erfolgreiche Koalition mit der FDP fortsetzen zu wollen. Ich stehe zu meinem Wort, nennen Sie das ruhig konservativ. Was die Dagegen-Partei angeht, kann ich nur sagen: In Baden-Württemberg weiß ich nicht mehr, für was die Grünen eigentlich sind, aber sehr präzise, wogegen, nämlich gegen ziemlich alles, wo sich Proteststimmen aufsaugen lassen. Diesen Stil von Politik lehne ich ab. Das hat mit Beschimpfungen nichts zu tun, das sind Fakten.

ZEIT: Was genau missfällt Ihnen?

Mappus: Wenn man den Bürgern etwas verspricht, unabhängig von der bisherigen Position oder davon, ob das Versprechen überhaupt einlösbar ist. Erklären Sie mal einem normalen Bürger, warum die Grünen gegen ein Pumpspeicherkraftwerk im Schwarzwald sind. Oder gegen die Schnellbahntrasse Stuttgart–Ulm , die sie 13 Jahre lang wollten, aber seit dem letzten Sommer nicht mehr. Das ist Populismus pur.