"Wenn du nur fest genug an deinen Erfolg glaubst, wirst du ihn auch bekommen." So oder ähnlich lautet die Coaching-Formel aus den gängigen Businessratgebern. Und wer weiß, vielleicht hat sie ja den einen oder anderen Ratgeber nicht nur gelesen, sondern tief verinnerlicht, nachdem sie als junges Mädchen beschlossen hatte, dass sie später reich und berühmt werden wolle. Zumindest hat sie sich – das weiß man heute – von Rückschlägen nie beirren lassen. Im Gegenteil, Niederlagen nahm sie sportlich, zog ihre Lehre daraus und machte einfach weiter. Da war zum Beispiel die Sache mit dem Manager, auf den sie alle Hoffnung gesetzt hatte und der sie ohne Begründung wieder fallen ließ. Heulend verkroch sie sich bei ihrer Oma, doch die sagte nur: "Ich lass dich jetzt das ganze Wochenende weinen. Aber dann stehst du auf und trittst der Welt in den Arsch." Gesagt, getan. Und als sie ein halbes Jahr später eine zweite Chance erhielt, griff sie unbeirrt zu. Noch einmal würde sie sich nicht so abservieren lassen, das hatte sie sich geschworen.

"Mein Leben ist ein Auftritt, der nie zu Ende geht", freut sie sich nun. Aber sie hat auch lange und konsequent dafür gekämpft. Hungerte sich den Babyspeck runter, kellnerte nebenher, um sich teure Gesangsstunden leisten zu können. Eigentlich begann die Arbeit schon viel früher, in ihrem bürgerlichen Elternhaus. Mit vier Jahren ging sie zum Klavier-, mit elf Jahren zum Schauspielunterricht. "Ich erinnere mich genau, wie ich das erste Mal Kaffee aus einer imaginären Tasse trank", erzählte sie in einem Interview. Und: "Ich kann auch den Regen fühlen, wenn es gar nicht regnet." Das Training hat sich ausgezahlt, heute dienen ihr die Schauspieltechniken dazu, ihre kreativen Visionen auf der Bühne in Szene zu setzen.

"Wie die meisten Künstler trage ich einen Aufruhr in mir herum ... diese spezifische Dunkelheit in unseren Herzen ist aber ein Geschenk, sie definiert, wer wir sind, und sie erlaubt uns erst, überhaupt zu sprechen", orakelt sie druckreif. Inzwischen liest man ihr solche Sätze von den Lippen ab: "Es ist, als hätte ich die ganze Zeit geschrien, und plötzlich flüsterte ich nur noch, und alle kamen näher, um mir zuzuhören. Ich musste schreien, weil mir nur fünf Minuten gegeben waren. Aber jetzt habe ich 15."

Freilich gibt es auch Neider. Eine Kollegin – und Konkurrentin – nannte sie "ein Phänomen der Weltwirtschaftskrise" und prophezeite ihr den raschen Niedergang. Sie aber sieht sich noch Jahrzehnte auf dem hart eroberten Zenit stehen. Als sie mal in Paris gastierte, schlenderte sie in ihrer Freizeit stundenlang durch die Museen. Seitdem hat sie einen neuen Traum: "In zwanzig Jahren gibt es im Louvre eine Ausstellung mit all meinen Kostümen und meinem Schaffen ... und mit einem modernen Ausstellungsteil mit Hinweisen auf die Inspiration, die ich späteren Künstlern geliefert habe." Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 3:
Die 1318 geborene Margarete von Tirol-Kärnten wurde 1330 in Innsbruck mit Johann von Böhmen verheiratet. Nach dem Tod ihres Vaters Herzog Heinrich 1335 übernahm das Paar die Regentschaft. Margarete vertrieb 1341 ihren Mann und heiratete den Wittelsbacher Ludwig den Brandenburger (1315 bis 1361). Der Papst exkommunizierte das Paar, ihre Heirat wurde erst 1359 kirchlich anerkannt. Ihr Sohn Meinrad III., in Wien erzogen, stand als Regent von Tirol und Oberbayern unter dem Einfluss der Wittelsbacher. Nach seinem Tod 1363 übergab Margarete Regierung und Land Tirol den Habsburgern und zog nach Wien. Dort starb sie 1369. Um 1390 tauchte in einer Chronik der Übername "Maultasch" auf, eine Rache ihrer Gegner