Es ist an der Zeit, mal wieder etwas über Wassilij Iwantschuk, diesen in der Schachwelt äußerst beliebten Hans-guck-in-die-Luft mit dem Kosenamen "Tschuk", der alle Vorurteile über die Weltverlorenheit der Schachspieler zu bestätigen scheint, zu schreiben. Seit zwei Jahrzehnten hält er sich an der Weltspitze, mal ganz oben, dann purzelt er wieder aus den zehn Besten heraus. Eine ewige Achterbahnfahrt. Der Weltmeister Garri Kasparow meinte einmal nach einer empfindlichen Niederlage gegen ihn: "Zum Teufel mit ihm! Manchmal spielt er wie ein Patzer, manchmal wie Iwantschuk." Wenn er nicht so oft seinen Launen hilflos ausgeliefert wäre, hätte Iwantschuk wohl ein ernsthaftes Wort bei der Vergabe der Weltmeistertitel mitgesprochen – seine Schachbegabung jedenfalls ist gewaltig. Bei der Schacholympiade im sibirischen Chanty-Mansijsk spielte er zur Abwechslung wie Iwantschuk, sodass die Ukraine vor allem seinetwegen vor Russland die Goldmedaille gewann – am Spitzenbrett erzielte er gegen stärkste Gegnerschaft fantastische acht Punkte aus zehn Partien.

Gegen den Georgier Baadur Jobava blieb zwar sein König die ganze Partie über in der Mitte stecken, die schwarze Dame hatte sich auf der Grundreihe an ihn herangepirscht, und Schwarz drohte vernichtend 1...Sg2+ 2.Txg2 (2.Kf1 Dxd1 matt) hxg2 mit der Drohung 3...g1D matt, wogegen 3.Se4 De3 nicht hilft. Doch Tschukis nächster Zug setzte Schwarz die Pistole auf die Brust: Turm oder Dame! Schwarz gab lieber gleich sein Leben. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 3:
Wie gewann Weiß am Zug? Nach 1.Ta8! durfte sich der schwarze Turm nicht von der Stelle rühren, zum Beispiel 1...Th1 2.g6+ Kh6 3.Th8 matt. So blieb nur 1...g6+, doch jetzt ging nach 2.Kf6 Th1 3.Ta7+ Kg8 4.Kxg6 nicht nur der wichtige Bauer verloren, sondern der schwarze König musste wegen der Mattdrohung 5.Ta8+ sogar noch dem weißen Bauern freie Fahrt lassen: 4...Kf8 5.Ta8+ Ke7 6.Kg7. Schwarz gab auf