Zeichnete man eine Karte der Orchester Italiens, Frankreichs oder Englands, würde sich um Rom, Paris oder London alles ballen, im weiten Land wäre es recht leer.

In Deutschland hingegen sind die Orchester gut verteilt, sogar Celle, Hof und Neubrandenburg sind versorgt. Als sich die Orchester im 18. Jahrhundert entwickelten, war das Land zersplittert, jeder Fürstenhof wollte ein eigenes haben. Später gründete die DDR mehr neue Orchester als die Bundesrepublik, weil sie sich als Kulturstaat sah. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier.)

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So gab es 1990 vor allem im Osten recht viele, und weil jedermann sparen wollte oder musste, sparten viele an den Orchestern, auch im Westen. Etliche wurden zusammengelegt oder ganz geschlossen. Interessanterweise wurde aber seit den Berliner Symphonikern (die nur noch als Projektorchester existieren) im Jahr 2004 kein Orchester mehr aufgelöst – durch die ganze Finanzkrise hindurch nicht eines.

Offenbar ahnt man inzwischen, dass die Verluste, die man mit der Musik machen kann, vergleichsweise gering sind.

Quellen: Deutsche Musikinformationszentrum, Leibniz-Institut für Länderkunde