Die Deutsche Telekom verträgt sich wieder mit Klaus Zumwinkel , ihrem ehemaligen Aufsichtsratschef, und dem Ex-Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke. Nach mehrjährigem "Streit" habe man sich jetzt "abschließend gütlich geeinigt" , teilte der Konzern am Dienstag mit. Das ist eine beachtliche Neuigkeit, geht es doch um jeweils rund eine Million Euro. Das Geld hatte die Telekom seit April 2009 von Ricke und Zumwinkel für deren Verhalten während der Spitzelaffäre gefordert. Zu den Amtszeiten der Manager ließ der Konzern nämlich Dutzende Mitarbeiter, Gewerkschafter und Betriebsräte bespitzeln , um herauszufinden, wer Interna an die Presse gab. Die Rolle der Bosse war dabei stets umstritten.

Eingeklagt hat die Telekom den Schadensersatz nie. Nun haben die Streithähne einen Vergleich geschlossen. Ricke und Zumwinkel werden demnach "einen beträchtlichen Teil des der Deutschen Telekom entstandenen Schadens" freiwillig bezahlen.

Die Mitteilung der Telekom ist knapp. Zu knapp, denn die wichtigsten Daten fehlen: welche Summe Ricke und Zumwinkel genau bezahlen werden. Und wie groß der "recht namhafte Teilbetrag dieser Zahlungen" ist, den sie selbst aus ihrem Privatvermögen begleichen wollen, wie es weiter heißt. Gemeint ist der Teil, den sie nicht an ihre Manager-Haftpflichtversicherungen weiterreichen werden.

Im Sommer waren die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die beiden Exmanager eingestellt worden , mangels hinreichenden Tatverdachts. Im vergangenen Dezember wurde der frühere Chef der Konzernsicherheitsabteilung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Jetzt endet auch die zivilrechtliche Aufarbeitung der wohl dreistesten Überwachungsaktion in der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte, die selbst der heutige Telekom-Vorstand und Chefaufklärer Manfred Balz als einen "Angriff gegen die Mitbestimmung" bezeichnete.

Angesichts der gesellschaftlichen Relevanz und der Kritik der Spitzelopfer an der Ermittlungsarbeit ist die Nachricht ziemlich dünn. Es stimmt zwar, dass Ricke und Zumwinkel in dem Vergleich weder eine Pflichtverletzung eingeräumt noch irgendwelche Schadensersatzansprüche anerkannt haben. Sie beteuern also weiterhin ihre Unschuld. Gleichwohl gäbe die Summe Auskunft darüber, welches Gewicht die Beteiligten der Sache letztlich beimessen. Zwischen einem symbolischen Euro und einer Million liegen Welten. Das Ergebnis eines Vergleichs ist nichts anderes als ein Preis, bestimmt von Angebot und Nachfrage. Die Summe ist also ein Gradmesser für das Interesse von Telekom, Ricke und Zumwinkel, die Sache ruhen zu lassen.