Als Anfang der neunziger Jahre in Mölln, Solingen, Rostock-Lichtenhagen und anderswo Ausländerheime brannten, wurde vielen Menschen klar: Dies darf nicht der Preis der deutschen Einheit sein. Dennoch begann der Bund erst Jahre später, der rechten Gewalt systematisch und präventiv an die Wurzel zu gehen: durch die Förderung von Aussteigerprogrammen, mit Beratungsnetzwerken und mobilen Beratungsteams in problematischen Regionen, mit Modellprojekten und lokalen Aktionsplänen in den Kommunen.
Die im Jahr 2002 erstmals aufgelegten Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus haben dazu beigetragen, dass viele zivilgesellschaftliche Initiativen und Projektträger entstanden sind, die sich für eine Stärkung der demokratischen Kultur einsetzen. Zahlreiche Menschen haben in den vergangenen Jahren in ihren Städten und Landstrichen, in denen Rechtsextreme die Jugendhäuser, Kulturzentren und Marktplätze beherrschten, öffentliche Räume zurückerobert und eine demokratische Gegenkultur geschaffen. Viele mussten angesichts der wahrgenommenen Dominanz der Rechtsextremen erst einmal ihre eigene Apathie und ihre Angst überwinden und erkennen, dass demokratischer Widerspruch nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist.