Abstürze!! Knochenbrüche! Verschlungene Millionen! Spider-Man – Turn off the Dark , das neue Broadway-Musical nach dem bekannten Comic, macht bislang nur ungewollte Schlagzeilen. Die Regisseurin Julie Taymour lässt die Darsteller in dreißig Meter Höhe in einer Kulisse aus beweglichen Hochhäusern durch die Lüfte fliegen (am Drahtseil) – die Folge ist eine Rekordserie von Unfällen, die mehr Furore machen als das eigentliche Bühnenspektakel.

Seit das Stuntdouble Christopher Tierney sich bei einem Absturz mehrere Rippen und Wirbelknochen, das Schulterblatt, den Arm und den Schädel brach, fordern sogar Schauspieler, das Stück abzusetzen, bevor es Tote gebe. Seit neun Jahren wird nun mit wechselnden Stars und Geldgebern an dem Musical gearbeitet. Die Premiere wurde mittlerweile sechsmal verschoben, zuletzt auf den 15. März.


Aber trotz der Unglücksmeldungen – oder vielleicht gerade deswegen – drängeln sich jeden Abend vor dem Foxwood Theatre an der 42nd Street Neugierige, die sich auch von Ticketpreisen bis zu 330 Dollar nicht abschrecken lassen. Dem früheren Vorstand des Konzertveranstalters Live Nation , Michael Cohl, ist zu verdanken, dass das Musical nicht schon vor Eröffnung in Konkurs gegangen ist. Der Spider-Man -Produzent und Popstar Bono hatte Cohl in letzter Sekunde an Bord geholt. Für Bono wäre eine Pleite ein doppeltes Desaster – er schrieb die Musik für das Musical , darunter den Titelsong Boy Falls From the Sky , der nun ein wenig makaber anmutet.