Ofelia Filipovic hält an der einen Hand den kleinen Josif, mit der anderen hält sie die Tür auf. Es riecht nach Raumspray, Lavendel. Matt schimmert der Parkettboden in dem breiten Flur, von dem links und rechts Türen abgehen, viele Türen. Wären die gerüschten Vorhänge im Wohnzimmer nicht zugezogen, man könnte den Friedensengel am Ende der Prinzregentenstraße sehen und die Wipfel der Bäume am Isarufer, wo München ganz unter sich ist, sehr grün, sehr wohlhabend. Ofelia setzt sich ganz an den Rand des Ecksofas mit den roten Schonbezügen. Sie sagt: "Die Leute in Bogenhausen sind nicht anders, weil sie reich sind. Sie sind anders, weil sie deutsch sind."
Wohnprojekt in München: Gentrifizierung, umgekehrt
Warum Münchner Hartz-IV-Empfänger im Luxusviertel wohnen dürfen.