Zeitz, ein grauhaariger Ökonom, verriet in seiner Rede, dass ein "Netzwerk Karl Martell" seit 2007 Teil des Akademikerbunds sei. Dieser karolingisch beseelte Bund würde sich um Geldbeschaffung und die "Koordinierung aller Organisationen, die gegen die Islamisierung arbeiten" kümmern. Als Kopf der mysteriösen Hilfsorganisation taucht der Name von Elisabeth Sabaditsch-Wolff auf. Die nunmehrige Islamexpertin der FPÖ, die einst im Kabinett des damaligen Außenministers Wolfgang Schüssel arbeitete, wurde im Februar dieses Jahres in erster Instanz wegen der "Herabwürdigung religiöser Lehren" verurteilt. Sie soll bei einem Vortrag für das FPÖ-Bildungsinstitut behauptet haben, der Prophet Mohammed habe "gern mit Kindern ein bisschen was" gehabt. Sabaditsch-Wolff ist als Islamkritikerin international gefragt, und ihre noch nicht rechtskräftige Verurteilung erregte in einschlägigen Kreisen Aufsehen.

Im vergangenen Dezember weilte Sabaditsch-Wolff gemeinsam mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu einem Besuch in Israel. Mit ihr als Netzwerkkoordinatorin des Wiener Akademikerbundes schließt sich einmal mehr der Kreis der österreichischen Anti-Islam-Hetze zur FPÖ.

Hannelore Schuster hat mit diesen anrüchigen Verbindungen kein Problem. Dass die Bürgerinitiative biederer Gemeindebaubewohner von rechten Netzwerken vereinnahmt wurde und der Stammtisch der Brigittenauer Moscheebekämpfer nun auch ein Abschnitt in der Front islamfeindlicher Propagandisten ist, die sich durch ganz Europa zieht, sei für sie nur ein Mittel zum Zweck: "Wer hilft, der nützt. Wer nützt, der hilft."