ZEIT: Sie selbst schreiben in Ihrem Buch Der Untergang der islamischen Welt, der Islam passe nicht in die Moderne.

Abdel-Samad : Ich habe ja nichts gegen kontroverse Meinungen, einen produktiven Islamstreit in Deutschland würde ich sehr begrüßen. Aber den sehe ich nirgends, ich sehe nur Ängste, Ressentiments, aus denen neue Ängste und Ressentiments entstehen. Und das macht mir Sorgen.

ZEIT: Kann man sagen, dass die heutige Islamophobie den alten Antisemitismus abgelöst hat?

Broder: Zuerst einmal sollte man die Begriffe auseinanderhalten. Hamed hat schon darauf hingewiesen: Der Islamophobiker mag krankhaft und übersteigert reagieren, aber er hat Gründe für seine Angst; das ist beim Antisemitismus anders. Der deutsche Islamophobiker ist da aber wieder ein Sonderfall: Er hat gerne Angst, für ihn liegt darin ein Genuss.