Alkohol ist für unseren Körper gar keine so fremde Substanz. Gärprozesse finden zum Beispiel im Verdauungstrakt statt, und der Körper ist ganz gut darauf eingestellt, diese geringen Alkoholmengen zu verdauen. In der Leber baut das Enzym Alkoholdehydrogenase das Ethanol in Stoffe um, mit denen der Körper etwas anfangen kann.

Tatsächlich enthalten viele Lebensmittel Alkohol: Im Brot sorgen Hefepilze für einen Alkoholgehalt von drei bis vier Gramm pro Kilogramm, und auch Obst beginnt schon am ersten Tag nach der Ernte zu gären.

Fruchtsäfte können bis zu 0,3 Prozent Alkohol enthalten – damit kommen sie schon in die Nähe der Grenze von 0,5 Prozent, die alkoholfreies Bier einhalten muss.

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Weil die Banane eine sehr zuckerhaltige Obstsorte ist, können die Mikroorganismen auch entsprechend viel Zucker zu Alkohol vergären. Je reifer die Banane, desto höher steigt dessen Menge – nach zwei Wochen kann der Anteil tatsächlich 1,2 Prozent betragen. Kann das schädlich sein, etwa für Kinder?

Selbst wenn ein Kind eine große, reife Banane verputzt, nimmt es maximal zwei Gramm Ethanol auf. Zum Vergleich: Schon ein kleines Glas Bier enthält etwa zehn Gramm. Einen Bananenrausch wird das Kind deshalb nicht erleben. Nein, alle Ernährungswissenschaftler winken ab: Der Verzehr reifer Bananen ist unbedenklich für Kinder, und auch "trockene" Alkoholiker müssen nach dem Obstgenuss keinen Rückfall befürchten.

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