Obacht, der Weltkulturerbe-Status von Wien ist in Gefahr. Im schlimmsten Fall droht der Stadt sogar der digital Untergang, wenn sie aus der Datenbank von Google Earth gelöscht wird. Was hat dieses grausame Schicksal heraufbeschworen? Eine Studie der strengen Kulturerbe-Hüter bemängelt, dass moderne Beiträge zur Stadttopografie, etwa Hochhäuser, von den Dächern alterwürdigen Gemäuers zu sehen seien. Dieser skandalöse Zustand gehört schleunigst beseitigt. Weg mit den Büro- und Hoteltürmen und Handymasten. Was soll denn das für eine Stadt sein mit all diesem zeitgenössischen Firlefanz? Fort mit diesen elektrischen Straßenbahnen, zurück zu den Pferdewagen, die in der Rushhour sicherlich für gemächlichen Verkehrsfluss sorgen werden.

Notwendig wäre es auch, Bratislava gleich ganz einzuebnen. Denn die modernen Suburbs dieser Wiener Twin-City sind an klaren Tagen von der Türmerstube des Stephansdoms deutlich auszumachen. Auch die Donauinsel muss rückgebaut werden. Ein unregulierter Strom würde der Metropole wieder die Aura des frühen Mittelalters verleihen. Aus Sicht dieser Epoche ist auch die gotische Kathedrale bereits zu modern. Eine kleine Kapelle, frühromanisch schlicht, holzgedeckt, wäre passender. Folgerichtig sollte auch der Begriff Vorstadt wieder ernst genommen werden. Gemeindebauten, politisch ohnehin etwas schwierig, müssen wieder einer Grünfläche vor der ummauerten Stadt weichen. Das sollte – vorerst – reichen. Wien muss Weltkulturerbe bleiben. Ohne Steffl!