DIE ZEIT: Wechseln Sie jetzt das Fach?

Björn Krupa: Wieso?

DIE ZEIT: Wie es aussieht, wird die Kernenergie sogar noch schneller verschwinden als einst von Rot-Grün vorgesehen.

Krupa: Das heißt doch nicht, dass wir keine Kerntechnikexperten mehr brauchen. Solange bei uns Kernkraftwerke im Betrieb sind, werden kompetente Ingenieure gebraucht. Zudem ist es wichtig, weiter beurteilen zu können, was im Ausland in dem Sektor vor sich geht. Die mit dem Moratorium verhängten Sicherheitsprüfungen könnten kurzfristig bedeuten, dass die Reaktorsicherheitsforschung noch mehr Gewicht erhält.

DIE ZEIT: Im Grunde helfen Sie damit bei der Abwicklung einer Technik, die Sie fasziniert und die Sie befürworten.

Krupa: Und von der ich glaube, dass sie eine Zukunft hat. Vielleicht nicht bei uns, aber anderswo. Außerdem sind alle deutschen Kerntechnik-Unternehmen international tätig. Also selbst wenn es bei uns keine Projekte mehr geben sollte, habe ich kein Problem, für mein Unternehmen im Ausland zu arbeiten.

Interview: Jan-Martin Wiarda