Napoleon soll gesagt haben: "Wenn China erwacht, wird es die Welt erschüttern." Nun, wir alle wissen, dass China erwacht ist und mit Indien, dem anderen asiatischen Giganten, immer größeren Einfluss haben wird.

Im Schach ist dies seit geraumer Zeit Wirklichkeit. Der indische Weltmeister Viswanathan Anand löste in seinem Land einen Schachboom aus, und in China, das in unserem "klassischen" Schach bis vor Kurzem noch Entwicklungsland war, wurde gerade die vierte chinesische Schachweltmeisterin gekrönt. Ein 16-jähriges Mädchen, die jüngste aller Zeiten.

Nicholas Kristof schreibt in der International Herald Tribune: "Wenn es in der aufstrebenden Macht China ein menschliches Gesicht gibt, dann gehört es nicht irgendeinem Politbürochef oder Internet-Tycoon, sondern einem stillen Teenager-Mädchen mit einem milden Wesen namens Hou Yifan." Der man noch viel Großes zutraut, nachdem sie mit 14 Jahren erst im damaligen WM-Finale der Russin Alexandra Kostenjuk unterlag.

Wie so oft in China war auch ihr Weg alles andere als leicht, stattdessen "aß sie viel Bitterkeit", wie man dort diszipliniertes hartes Arbeiten umschreibt. Den Titel im türkischen Antakya errang sie an Heiligabend, als sie gegen ihre überraschend ins Finale vorgestoßene Landsfrau Ruan Lufei gewann. Ihre eigentliche große Rivalin, die Inderin Humpy Koneru, hatte sie im Halbfinale mit einer hübschen Endspielkombination bezwungen.

Mit welchem Durchbruch zeigte sie als Weiße, dass der schwarze König nicht zwei flinke (Frei-)Bauern auf einmal aufhalten kann?

Lösung aus Nr. 12:
Welcher "Donnerschlag" gewann augenblicklich für Schwarz? Nach dem Damenopfer 1...Dxe2!! gab Weiß schon auf, weil er nach 2.Lxe2 Sxg3++ (Doppelschach) 3.Kg1 und jetzt der Springergabel 3...Sxe2+ auch noch die Dame verliert. Natürlich hätte 2.Lg2 Sxg3+! 3.hxg3 zum Matt durch 3...Dxg2 geführt