Die Lage ist kritisch. Im Januar vergangenen Jahres verließ der Freiherr Meinhard von Seckendorff nach 90 Semestern die Universität Zürich und kehrte auf sein Schloss in Obernzenn zurück.
Er kehrte zurück mit leeren Taschen, dafür mit der Hoffnung, die Heimat bald wieder verlassen zu können. Doch nur die begüterte und poetisch veranlagte Cousine Celia könnte den Freiherrn aus dem Schlamassel holen.
Meinhard von Seckendorff ist ein klein gewachsener Herr mit schlohweißen Haaren und einem gutmütigen Lächeln im runden Gesicht. Bedrückt sitzt er im Schlosswohnzimmer, duckt sich vor den grimmigen Blicken der Vorfahren, deren Bilder er noch nicht verkauft hat, und sagt: "Vielleicht hätte ich doch besser einen Beruf ergriffen, als ich jung war." Denn das Erbe, das ist jetzt weg.