Europäische Firmen, die Treibhausgase produzieren, erhalten ein Budget an Emissionsrechten (CO₂-Zertifikaten), die jeweils zur Emission von einer Tonne Kohlendioxid berechtigen. Stößt ein Konzern mehr aus, muss er den Ausstoß verringern oder Zertifikate zukaufen. Nicht benötigte Zertifikate können an Börsen wie der Leipziger Strombörse EEX verkauft werden.

Während in den ersten Jahren des Emissionshandels die Zertifikate für die Unternehmen größtenteils gratis sind, müssen diese von 2013 an einen jährlich steigenden Anteil erwerben. Die Energiebranche muss von 2013 an alle Zertifikate bezahlen, alle anderen Industriezweige erst von 2025 an. Künftig wird die Europäische Kommission zudem eine EU-weite Gesamtobergrenze für CO₂-Emissionen vorgeben. Diese wird im Jahr 2013 1,97 Milliarden Tonnen CO₂ betragen. Die Menge wird danach jährlich um 1,74 Prozent gesenkt, um sie im Jahr 2020 auf 1,72 Milliarden Tonnen oder 79 Prozent der Emissionen des Jahres 2005 zu begrenzen.

Festgelegt wurde auch, wie viel CO₂ ein Unternehmen bei der Herstellung eines Produkts kostenlos ausstoßen darf. Bei Zement dürfen für jedes Kilo 766 Gramm CO₂ entweichen. Für die Stahlproduktion liegt der Wert bei 1328 Gramm. Die europäische Industrie beklagt Wettbewerbsnachteile gegenüber Ländern, die nicht am Emissionshandel teilnehmen. Seit einiger Zeit können fehlende Zertifikate auch über Emissionsreduzierungen in Drittländern ausgeglichen werden.