Powerfrau: Kontakte in der Bar Marion Knaths über die Bedeutung von Kontakten im Berufsleben

Wie viele Menschen braucht es, um eine große Leistung zu vollbringen?

Was die Kunst angeht, ist diese Frage leicht zu beantworten. Oder können Sie mir einen Roman, ein Bühnenstück oder nur ein Gedicht von Weltrang nennen, hinter dem mehrere Autoren stehen?

Jede Woche gibt der Coach Martin Wehrle Tipps für den Erfolg im Job in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn"

Ob große Bücher, große Gemälde oder große Musikstücke: Meist handelt es sich um die Alleingänge von Genies. Und nicht selten waren diese großen Köpfe Eigenbrötler wie Friedrich Schiller, die das stille Kämmerlein dem gesellschaftlichen Umtrieb vorgezogen haben.

Aber trifft Schopenhauers Aussage über die großen Männer auch aufs Geschäftsleben zu – sind die einsamen Wölfe, die Ungeselligen, für die großen Taten und den rauschenden Erfolg prädestiniert? Reiten diese Typen einsam in den Sonnenuntergang, wie Jesse James im Western, statt ihren Drink an der Bar mit anderen zu nehmen?

Geschäftsleute machen Geld, keine Kunst! Auf Weltfirmen trifft zu, was für die Weltliteratur nicht gilt: Viele davon wurden von mehreren gegründet, deren Talente sich ergänzt haben. Denken Sie nur an Microsoft, das Gemeinschaftsprodukt von Bill Gates, dem Computerhirn, und Paul Allen, dem Geschäftsstrategen.

Für Angestellte gilt erst recht: Wer ungesellig ist, reduziert seine Karrierechancen . Nicht nur die Arbeitsleistung macht erfolgreich, sondern auch die Netzwerke, die Kontakte, die sozialen Fähigkeiten. Anders lässt sich eine kuriose Studie des US-Wissenschaftlers Edward Stingham kaum erklären; er fand heraus: Alkoholtrinker machen schneller Karriere. Wer pro Woche bis zu 21 Drinks kippt, verdient mehr und steigt schneller auf als ein Abstinenzler.

Alkohol verbessert zwar nicht die Konzentration, aber die Kontakte . Wer nach Feierabend oder nach dem Kongress mit den Kollegen noch an der Bar sitzt, baut Beziehungen auf, trainiert das Sprechen und Zuhören, bekommt heiße Informationen, und sein Vitamin-B-Pegel steigt. Alle, die seine Gesellschaft schätzen, werden gut über ihn reden, ihm wichtige Informationen zuspielen und ihn für freie Positionen empfehlen.

Im Büro gilt dasselbe wie in der Bergwand: Eine Seilschaft kommt sicherer nach oben als ein einzelner Kletterer. Und wenn einer oben ist? Dass große Männer und Frauen einsam werden, kann schon sein. Aber die einsamen werden im Job selten groß!