Es gibt Themen , die mögen Leser nicht. Und Journalisten mögen sie auch nicht. So kommt es, dass jahrelang lustlose Pflichtgeschichten darüber geschrieben werden. Ein solches Thema, das keinen so recht interessierte, waren Asset Backed Securities – drei Worte wie Chloroform: Wer kein Experte war, verlor sofort das Bewusstsein.

Um etwa zehn Jahre später wieder zu erwachen, in der schlimmsten Finanzkrise des Jahrhunderts . Genauer: im Jahr 2007, als Asset Backed Securities, ABS abgekürzt, den Zenit ihrer infernalischen Wirkung erreichten. Natürlich sind ABS an sich nicht böse. Sie sind nur eine mathematisch-juristische Konstruktion, die es den Banken ermöglicht, Kredite zu vergeben, ohne dafür zu haften. Sie trennen den Schuldner vom Gläubiger, das Risiko von der Haftung, den Kredit von der Kreditwürdigkeit. Den kalifornischen Landarbeiter, dem eine Villa finanziert wurde, von dem Sachbearbeiter, der das verantwortete. Verbriefte Kredite verhielten sich zur Finanzkrise wie die Kernspaltung zur Atombombe: Sie sind nicht die Ursache, aber ein unabdingbares Mittel.