Als der 74-jährige Goethe im Sommer 1823 das böhmische Marienbad in der Kutsche verließ, war er am Boden zerstört – die 19-jährige Ulrike von Levetzow hatte seinen Heiratsantrag abschlägig beschieden. Doch noch in der Kutsche erwuchs aus seinem Liebesleid die wunderbare Marienbader Elegie, ein letztes Lebewohl an die Liebe.

Als die ehemaligen Weltklassespieler Uhlmann, Portisch, Hort und Velimirovic im Winter Marienbad verließen, vermutlich nicht in der Kutsche, mögen ihnen auch wehmütige Gedanken durch den Kopf gegangen sein. Gegen vier junge Frauen, die ebenfalls alle ihre Enkelinnen hätten sein können, hatten sie den Wettkampf "Snowdrops gegen Oldhands" verloren: "Schneeglöckchen gegen Verdiente Meister". Oder vielleicht doch "Alte Säcke", deren geistige Glanztaten viele Jahre zurückliegen?! Für Goethe war Schach ein "Probierstein des Gehirns"; aber mag im Alter der Geist auch noch willig sein, seine (biologische) Spannkraft lässt unerbittlich nach.

Das musste auch der Ungar Lajos Portisch (in seiner besten Zeit die Nr. 3 der Welt) gegen die Tschechin Tereza Olsarová erfahren. Eigentlich trennen die beiden nach der Elo-Zahl (Bewertungszahl beim Schach) immer noch Welten, doch ihr jugendliches Angriffsungestüm setzte ihn im wahrsten Sinne des Wortes matt.

Portisch als Weißer drohte furchtbar 1.Tg7+ sowie 1.Dh8 matt, aber Tereza als Schwarze kam ihm durch eine Opferkombination mit dem Mattsetzen zuvor. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 15

Mit welcher Opferkombination gewann Schwarz entscheidend Material? Nach dem Damenopfer 1...Dxd2! war Weiß verloren. Es folgte 2.Txd2 Se2++ (Doppelschach) 3.Kh2 Lg1+! 4.Kh1 Sxg3+ 5.Kxg1 Txd2, und Schwarz hatte einen Turm mehr