"Rauch nicht, sonst hörst du auf zu wachsen!" Neben den Gesundheitsschäden und den Kosten ist das ein beliebtes Anti-Nikotin-Argument von Eltern gegenüber Jugendlichen.

Sucht man nach Belegen für diese These, dann findet man nicht viel. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kennt keine Studien zu dem Thema, und Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum hält die Sache zwar für plausibel, hat aber auch keine wissenschaftlichen Belege.

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Unstrittig ist, dass ungeborene Babys, deren Mütter rauchen, kleiner sind als die Kinder von Nichtraucherinnen und auch einen kleineren Kopfumfang haben. Aber was ist mit Jugendlichen, die sich das Nikotin selbst zuführen?

Eine Studie habe ich auftreiben können: Kanadische Forscher begleiteten gut 900 Jugendliche, die zu Beginn der Studie 12 oder 13 Jahre alt waren, fünf Jahre lang. Alle drei Monate wurden die Heranwachsenden gewogen, vermessen und über ihre Lebensgewohnheiten interviewt.

Das Resultat, veröffentlicht 2008 in den Annals of Epidemiology: Während bei den Mädchen kein Größenunterschied zwischen Raucherinnen und Nichtraucherinnen festgestellt wurde, waren die rauchenden Jungen im Schnitt 2,5 Zentimeter kleiner als ihre Altersgenossen. Eine mögliche Erklärung für den Geschlechtsunterschied: Bei Mädchen ist der Wachstumsprozess früher abgeschlossen, sodass das Nikotin sich kaum mehr auf die Körpergröße auswirken kann.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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