Bis vor Kurzem suchte Stefan Koop nur Führungskräfte für die erste Reihe. "Executive Search" heißt das im Branchenjargon, und große Beratungsunternehmen wie Amrop Delta, wo Koop als Headhunter arbeitet , machten damit ihr ganzes Geschäft. Headhunting lohne sich nur bei Vorständen, hieß es lange. Die Rasterfahndung nach Talenten ist aufwendig – und die Rechnung, die die Headhunter am Ende präsentieren, ist hoch: ein Drittel des Jahresgehalts des Gesuchten.
Neuerdings wird Koop aber auch gebeten, Führungskräfte für die mittlere Managementebene zu suchen. Das sei sogar schwieriger, sagt er, denn die passenden Leute finde man nicht sofort auf der Internetseite eines Unternehmens, dafür müsse man seine Kontakte bemühen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten sucht Koop schon nach neuen Köpfen, und die Überraschung über die Entwicklung ist dem 54-Jährigen anzumerken, als er in seinem Büro an der Hamburger Rothenbaumchaussee davon erzählt. Selbst der hohe Preis schrecke seine Kunden nicht ab, sagt er. Obwohl der sich weiter an den Gehältern der ersten Reihe orientiere.