Den Kampf hat er verloren, eine Siegprämie kam für ihn also nicht infrage. Aber weil es beim Managen anders zugeht als im Sport, gibt es für Herbert Lütkestratkötter trotz der Niederlage einen 4-Millionen-Euro-Preis. Mit einer Abfindung in dieser Höhe räumt der Chef des Baukonzerns Hochtief gerade die Kommandobrücke. Nach der Hauptversammlung am 12. Mai wird er nicht mehr der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens sein.

Das Merkwürdige an der Millionenzahlung: Lütkestratkötter geht auf eigenen Wunsch. Es ist also nicht so, dass ihm mit der Abfindung seine Entlassung versüßt werden soll. Der Manager macht Gebrauch von einer Klausel in seinem Vertrag, die ihm das Recht einräumt, das Unternehmen unter Mitnahme von zweieinhalb Jahresgehältern zu verlassen, nachdem ein sogenannter Kontrollwechsel ( change of control ) stattgefunden hat.

Das ist bei Hochtief der Fall, die Firma mit Sitz in Essen wurde jüngst von dem spanischen Baukonzern ACS übernommen. Die Angreifer aus Madrid haben inzwischen mindestens 43 Prozent der Hochtief-Aktien im Besitz; schon bei einer Beteiligung von 30 Prozent liegt laut Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz eine Kontrolle vor (weil man auf den schwach besuchten Hauptversammlungen mit so viel Stimmen meist die Mehrheit hat).

Lütkestratkötter hatte die Übernahme verhindern wollen, aber unter den Aktionären fanden sich genügend verkaufswillige, die das Angebot der Spanier attraktiv fanden. Nun gibt der Chef auf, und er ist nicht der Einzige. Auch der Finanzchef von Hochtief und ein weiteres Vorstandsmitglied haben von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht, sie werden ebenfalls Millionenbeträge mit nach Hause nehmen.

Man fragt sich: Wofür eigentlich?