Hacker sind im April gleich in mehrere Datenbanken von Sony eingedrungen. Anfang dieser Woche teilte der japanische Elektronikkonzern mit, dass sich Kriminelle am 16. und 17. April illegal Zugang zum Computerspielenetzwerk Sony Online Entertainment (SOE) verschafft haben. Die amerikanische Konzerntochter SOE ist vor allem für Rollenspiele bekannt, die von einer großen Zahl Spieler zugleich gespielt werden können. Den Hackern ist es Sony zufolge möglich gewesen, persönliche Daten von knapp 25 Millionen Nutzern zu kopieren: Namen, Adressen, Geburtsdaten, Telefonnummern, Login-Daten und Passwörter. In begrenztem Umfang seien womöglich auch Daten von Kreditkarten, EC-Karten sowie Bankverbindungen von SOE-Nutzern außerhalb der Vereinigten Staaten entwendet worden. Der Großteil der Finanzdaten sei Sony zufolge aber in einer weiteren Datenbank untergebracht gewesen, die nicht angegriffen worden sei.

Vom 17. bis 19. April sollen Hacker in zwei weitere Sony-Datenbanken in den USA eingedrungen sein: in das Netzwerk der Spielekonsole Playstation sowie in das des Musik- und Videodienstes Qriocity. Das wurde bereits in der vergangenen Woche bekannt. Hierbei waren Daten von 77 Millionen Kunden dem Zugriff der Hacker ausgesetzt. Sony wollte nicht ausschließen, dass auch in diesem Fall Kreditkartendaten ausspioniert wurden.

Nach den Angriffen wurden die betroffenen Netzwerke jeweils abgeschaltet. Sony versprach, zur Aufklärung der Hackerangriffe mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. Mehrere hochrangige Sony-Manager hatten sich zwischenzeitlich öffentlich verbeugt, um ihr Bedauern auszudrücken. Den Kunden riet der Konzern, Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen sorgfältig zu prüfen. Für den Ausfall der Netzwerke wolle man die Nutzer entschädigen, unter anderem mit vorübergehender Gratisnutzung der digitalen Angebote.