Neu, umweltfreundlich, aber für das normale Leben ziemlich unbrauchbar: So knapp lässt sich das Elektroauto bisher beschreiben. Denn die Autos, die nicht Benzin im Tank, sondern Strom in der Batterie haben, sind zwar gut fürs Klima – wenn sie Ökostrom laden. Doch noch fehlt es an günstigen Modellen, am Service, an Ladestationen, an der Bekanntheit und damit an fast allen Zutaten, die ein neues Produkt für eine erfolgreiche Markteinführung braucht.
Das alles soll sich nun ändern. In der kommenden Woche wird die Nationale Plattform Elektromobilität , in der Vertreter von Autoindustrie , Stromkonzernen und verschiedenen Verbänden sitzen, der Bundeskanzlerin ihren Bericht übergeben, verbunden mit großen Hoffnungen. Denn danach soll die Bundesregierung der E-Mobilität endlich zum Durchbruch verhelfen und dafür tief in die Staatskasse greifen. Die Autoren wünschen sich eine Hilfe von fast vier Milliarden Euro. Damit soll der Bund die Entwicklung neuer Batterien und eine Antriebstechnologie fördern, das Recycling und die neue Infrastruktur. Lang ist die Wunschliste, ordentlich teuer, und sie legt die Vermutung nahe, dass sich wieder einmal eine Industrie die Entwicklung neuer Produkte zumindest zum Teil vom Steuerzahler finanzieren lassen will. Noch-Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat denn auch schon mal vorsorglich abgewinkt.