DIE ZEIT:Intel-Chef Paul Otellini hat neulich Smartphones mit Intel-Prozessoren für 2012 versprochen, Tablets schon für dieses Jahr. Sind Sie beeindruckt?

Tudor Brown: So etwas kündigt Intel schon seit mehreren Jahren an, allerdings ohne nennenswerte Ergebnisse zu liefern. Die haben auch schon mal versprochen, bis 2010 hätten sie einen Marktanteil von zehn Prozent bei Smartphones – er liegt bis heute bei null Prozent. Natürlich wird Intel eines Tages auch Tablets haben. Aber sonderlich beeindruckt bin ich von der jüngsten Ankündigung nicht.

ZEIT: Bei Chips für mobile Geräte ist ARM heute das Maß der Dinge . Was macht Sie so zuversichtlich, dass das so bleibt?

Brown: Das sind zwei Dinge. Einerseits besitzen wir die weltweit führende Technologie für stromsparende Prozessoren, die wir außerdem ständig verbessern. Andererseits haben wir ein völlig anderes Geschäftsmodell, was vielleicht noch viel entscheidender ist für unseren Erfolg.

ZEIT: Warum das?

Brown: Intel ist eine sehr gute Ingenieursfirma, die Prozessoren herstellt und verkauft. Im Markt für Personal Computer kontrolliert Intel die gesamte Lieferkette. Wir hingegen ermöglichen einer großen Zahl von Chipherstellern, ihre eigenen Produkte an den Markt zu bringen. Letztlich kämpfen also nicht wir direkt gegen Intel, sondern unsere zahlreichen Lizenznehmer – Firmen wie Qualcomm, Samsung, Texas Instruments und viele andere.

ZEIT: Wie muss man sich das vorstellen?

Brown: All diese Partnerfirmen nutzen dieselbe grundlegende Technologie von ARM. Aber jede hat ihr eigenes Spezialwissen und verbessert die Prozessoren, etwas wenn es um Grafik- oder Multimediaanwendungen geht. Im Ergebnis entsteht so eine große Vielfalt an Produkten für unterschiedlichste Bedürfnisse.

ZEIT: Intel investiert mehr Geld in Forschung und Entwicklung, als ARM in einem Geschäftsjahr umsetzt.

Brown: Zusammen mit unseren Partnern können wir dennoch viel leisten. Intel verwendet außerdem den Großteil seiner Forschungsinvestitionen, um seine High-End-Chips für Großrechner zu verbessern. Nur ein kleiner Teil des Geldes fließt in den Bereich, in dem wir miteinander konkurrieren.