Amerika verabschiedet sich gerade, mit gebührendem Bombast, von einem Stück Amerika: Nach fast 25 Jahren und über 4500 Folgen endet diese Woche The Oprah Winfrey Show.

Beim Abschiedsspektakel in Chicago waren unter anderem Madonna und Tom Hanks und Tom Cruise zu Gast, Stevie Wonder und Aretha Franklin brachten Ständchen dar.


Die Bedeutung der Oprah Winfrey Show für die USA lässt sich kaum hoch genug veranschlagen. Es ist die langlebigste, meistgeguckte, einflussreichste Talkshow in der Geschichte des US-Fernsehens; die Moderatorin Oprah Winfrey, 57, ist nicht nur die reichste, mächtigste Afroamerikanerin, sondern, wie viele sagen, überhaupt die reichste, mächtigste Frau der Welt.

Was aber "Oprah" erst richtig interessant macht, sind die Mittel, die sie zu einer kulturellen Supermacht der Supermacht gemacht haben. Nach krawalligen Anfängen 1986 wandelte sich Oprah bald zu etwas ganz anderem: zu einer tief schürfenden Gruppentherapie für Millionen von Zuschauern.

Nach ein paar Oprah-Sitzungen fragt man sich, warum ihre Fernsehnation eigentlich neben solcher Therapie noch tonnenweise Prozac braucht.