Als die Luftfahrt privatisiert wurde, entstanden Ryanair und Easyjet, Unternehmen, die heute jeder nutzt und jeder schrecklich findet. Als die Bahnfahrt privatisiert wurde, tauchten kleine Unternehmen auf, die alle nett finden (weil sie mit bunten Waggons durch die Provinz fahren) und niemand nutzt (weshalb sie nur dank Subventionen existieren).

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Diese Bahnen heißen Rheinisch-Bergische Eisenbahn oder Norddeutsche Eisenbahn. Namen sind das, die nach Dampflok klingen und nach Heimat. Kaum bekannt ist, dass die meisten dieser Bimmelbahnen wenigen großen Unternehmen gehören. Veolia zum Beispiel ist ein Konzern, der sich auch um Energie und Abwasser kümmert. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier)

Diese Firmen kalkulieren ähnlich hart wie Ryanair, daher die Streiks der Lokführer. In den Nachrichten fällt dann meist nur der Name der Konzerne, selten der der Eisenbahnen. Man soll die Bahnen nicht mit so etwas Unromantischem wie Niedriglöhnen verbinden. Man wünscht sie sich so friedlich tuckernd, als wären sie von Märklin.