Der Ukrainer Wassili Iwantschuk, derzeit die Nr. 5 der Welt, schaute in Monaco aufmerksam einer Partie von Amateuren zu, bis er schließlich einen Vorschlag zu machen wagte. Als die beiden indes seine Intervention als unqualifiziert abtaten, versank er wieder in sein vorheriges andächtiges Schweigen.

Gehen wir 100 Jahre zurück. Beim Turnier in San Sebastian 1911 fand sich außer Weltmeister Emanuel Lasker die gesamte Weltelite ein; nur Spieler, die bereits große Erfolge aufweisen konnten, wurden eingeladen. Mit einer Ausnahme: dem 22 Jahre jungen Kubaner José Raúl Capablanca, der erstmals nach Europa gekommen war. Dies stieß bei etlichen der renommierten Meister auf Ablehnung, besonders bei Dr. Ossip Bernstein und Aaron Nimzowitsch. Als die beiden nun vor Turnierbeginn eine freie Partie miteinander spielten, fühlten sie sich vom zuschauenden Capablanca gestört, und Nimzowitsch bedeutete ihm unmissverständlich: "Hier spielen erfahrene Meister, den Titel müssen Sie sich erst noch verdienen!" Das war’s dann wohl mit dem andächtigen Kiebitz Capablanca. Laut dem Schachgeschichtsforscher Helmut Wieteck war jedenfalls die Heiterkeit unter den Teilnehmern groß, als der spätere Turniersieger Capablanca gleich in der ersten Runde auf Bernstein traf. Schließlich war am Ende einer längeren Kombination der heftig gezauste König Bernsteins im weißen Lager gelandet.

Wie setzte ihn Capablanca als Weißer in zwei Zügen matt und bekam obendrein den von Baron Rothschild gestifteten Schönheitspreis von 500 Franc?

Lösung aus Nr. 22:
Wie kann Weiß am Zug überraschend gewinnen, wobei das Motiv der langen Rochade eine entscheidende Rolle spielt? 1.Sg4! nimmt dem schwarzen König die Möglichkeiten zur Flucht auf die zweite Reihe (1...Kg2 2.Se3+), während die Turmzüge 1...Tb2 an 2.0-0-0+, 1...Tg2 an 2.0-0-0 matt und 1...Tc4 an 2.Kd2+ Kg2 3.Se3+ scheitern. Also 1...c4 2.Se3 Tf2 (oder 2...Th2) 3.0-0-0+ Kh2 4.Sg4+ nebst 5.Sxf2