Seit 2005 sind die Mautbrücken auf den Autobahnen in Betrieb, mit denen die Firma Toll Collect im Auftrag des Bundesamts für Güterverkehr kontrolliert, ob die Lkw ihre Straßenbenutzungsgebühr bezahlt haben. Die Kameras sind für alle Autofahrer gut sichtbar, und so mancher fragt sich, ob damit nicht auch andere Zwecke verfolgt werden. Viele Schnellfahrer nehmen vor den Brücken den Fuß vom Gas, manche treten sogar auf die Bremse – und das kann zu gefährlichen Situationen führen.

Aber es ist gesetzlich ganz klar geregelt, welche Daten Toll Collect erfassen darf und welche nicht. Das System vermisst jedes durchfahrende Fahrzeug dreidimensional und stellt als Erstes fest, ob es überhaupt ein Lkw ist – falls nicht, wird gar kein Bild aufgenommen.

Handelt es sich um einen Laster, wird in Sekundenbruchteilen ermittelt, ob der seine Gebühr bezahlt hat. Nur bei Mautprellern wird ein Foto des Kennzeichens gespeichert und weitergegeben. Alle anderen Daten werden umgehend gelöscht.

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Es gab in der Frühzeit des Systems durchaus Anfragen, ob man die Anlagen nicht auch für andere Zwecke nutzen könnte, erzählt Claudia Steen von Toll Collect. Von Werbetreibenden, aber wohl auch von Gesetzeshütern. Aber das Autobahnmautgesetz sagt eindeutig, zu welchem Zweck dort Daten erfasst werden – und es darf nicht einmal die Geschwindigkeit von zu schnell fahrenden Lkw ermittelt werden, obwohl das technisch möglich wäre.

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