Es gebe 50 Möglichkeiten, eine Beziehung zu beenden, hat Paul Simon einmal gesungen: 50 ways to leave your lover . Es gibt aber nur zwei Möglichkeiten, ein Cabrio zu testen, meine ich. Entweder: Dach auf, Seitenscheiben runter, schön langsam losfahren und dann gemütlich die Landstraße entlangtuckern. Oder: Dach zu, Fenster zu, rauf auf die Autobahn und einfach mal schauen, bis zu welcher Geschwindigkeit man sich noch einigermaßen normal unterhalten kann. Dieser Test beschreibt Variante zwo.

Ihr Vorteil ist, dass sie beim Fahren erst gar keine Irritationen aufkommen lässt, auch nicht über die Start-Stopp-Automatik, die der BMW 118d in seiner Ökosuperspritsparversion eingebaut hat. Die Start-Stopp-Automatik sorgt dafür, dass der Motor bei jedem Halt ausgeht. Ich bremse an der roten Ampel: Motor aus. Ich bremse, um Fußgänger rüberzulassen: Motor aus. Hoppla, da hat mich ein Radfahrer nicht gesehen! Motor aus. Die Start-Stopp-Automatik ist eine wunderbare Erfindung, weil sie im Stadtverkehr unnötige Abgase vermeidet und damit die Umwelt schont. Dafür sind schon nach wenigen Kilometern meine Nerven ruiniert. Mist, abgewürgt, denke ich jedes Mal, wenn das Motorengeräusch erstirbt. Auf der Autobahn gibt es dieses Gefühl nicht.

Die Autotests aus dem ZEITmagazin © Zeit Online

Der Autobahntest hat noch einen weiteren Vorteil. Man kann den BMW schnell fahren – und dennoch nicht allzu viel Sprit verbrauchen. Der 118d hat ein Dieselaggregat, das diesen verhältnismäßig kleinen Wagen nicht nur ziemlich schnell beschleunigt, sondern auch noch sparsam ist. Weniger als sechs Liter auf 100 Kilometer sind es bei mir. Dabei fährt sich der kleinste BMW wie ein großer. Der Wagen liegt satt und breit auf der Straße, das Lederlenkrad ist angenehm zu greifen, das Navigationssystem berechnet selbst bei 700 Kilometern Fahrtstrecke die Ankunftszeit fast auf die Minute genau. Auf den Rücksitzen finden zwei Erwachsene Platz. Wenn das Dach geschlossen ist, passen in den Kofferraum sogar zwei große Koffer und eine Tasche.

Hier also das Testergebnis: Bis 120 km/h ist es im Cabrio trotz Stoffdach nicht lauter als in einem normalen BMW. Bis 150 km/h kann man sich gut unterhalten. Danach muss man brüllen. Wer aber Brüllen im Auto normal findet, sollte sich die Anschaffung dieses Cabrios sparen und stattdessen einen Scheidungsanwalt nehmen. Und in der Zwischenzeit ein wenig Paul Simon hören.

Technische Daten

Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor
Leistung: 105 kW (143 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 9,5 s
Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h
CO2-Emission: 127 g/km
Durchschnittsverbrauch: 4,8 Liter
Basispreis: 32.500 Euro

Marc Brost ist Leiter des Hauptstadtbüros der ZEIT