In der Berichterstattung über Thessa, 16, aus Hamburg-Bramfeld, die Anfang Juni unbeabsichtigt per Facebook 1500 Gäste zu ihrem Geburtstag bat (was inzwischen zahlreiche Nachahmer fand), war oft zu lesen, die Party sei "aus dem Ruder gelaufen", was angesichts der Elbnähe ein schönes Bild ist, aber doch verwundert, weil zum Wesen einer Party gehört, dass Dinge aus dem Ruder laufen.

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Es muss ja nicht gleich um sich gehauen werden, auch auf schweres körperliches Unwohlsein kann der Gast verzichten. Schön, und zumeist vom Gastgeber gewünscht, ist mittleres Aus-dem-Ruder-Laufen, etwa dass Menschen krakeelen, Gäste mitbringen, die keiner kennt, oder, nur mal so, testen, ob ein Mann in einen Kühlschrank passt. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier)

Selbst das ungebetene Auftauchen der Polizei verdirbt selten die Stimmung. Der Umkehrschluss, die besten Partys seien die aus dem Ruder gelaufenen, ist nicht richtig. Sicher ist: Partys, bei denen das Aus-dem-Ruder-Laufen bereits verabredet ist, wie es bei den After-Thessa-Partys der Fall war, sind immer schlechte Partys. Matthias Stolz