Nach seinem Tod erlebte er eine denkwürdige Rehabilitation. Ganz im Geist einer Zeitenwende pries ihn der Herr einer Seestadt als klugen Feldherrn, Muster an Mannestugend und Beispiel für verdientes Glück. Als Held, der alles aus sich heraus schafft, erschien er in einer Lebensbeschreibung, die die Vorlage eines erfolgreichen Theaterstücks abgab. Später setzte ihm ein anerkannter Komponist ein Denkmal, und einem Satiriker war nach ihm zumut. Seine Zeitgenossen sahen ihn freilich anders. Allein seine Hofhistoriker priesen seine Taten in bildreicher Rhetorik als Erfüllung allerhöchster Vorsehung. Für die anderen war er eine Geißel Gottes oder ein rücksichtsloser, hochgekommener Pferdedieb. Und tatsächlich hatte der Abkömmling eines nicht sonderlich bedeutenden Stammes Pferde gestohlen bei seinen ersten missglückten Versuchen, sich in einem Gewirr von Kleinfürstentümern Macht und Territorium zu erkämpfen. Auch als Gefolgsmann seines kriegserfahrenen Schwagers blieb der Erfolg aus, der Lohn seiner Abenteuer als Söldner waren eine schwer verletzte Hand und eine demütigende Gefängnishaft.

Endlich, mit etwa vierzig Jahren, gelang ihm eine entscheidende Eroberung. Sein militärisches Know-how war seiner Zeit voraus, Schnelligkeit und brutale Entschlossenheit seiner Operationen gefürchtet. Nun ging er daran, seine Vision in die Tat umzusetzen und ein riesiges Reich wiederherzustellen, das nach dem Tod seines Gründers in viele Teile zerbrochen war. Diesem legendären Eroberer und seinem Vermächtnis fühlte sich der "Herr der Glückskonjugation" von Mars und Venus, so sein Ehrentitel, durch Herkunft und verwandtschaftliche Beziehungen verbunden. Manche Konkurrenten verpflichtete er durch taktische Heiraten zur Gefolgschaft, die anderen Widersacher bekamen sein Schwert zu spüren. Zu seiner Zeit waren Grausamkeiten unter Despoten zwar an der Tagesordnung, er jedoch, der sich unter dem "besonderen Schutz Gottes" glaubte, übertraf alle. In einer aufrührerischen Stadt inszenierte er den Mord an 70.000 Bewohnern und ließ ihre Köpfe zu Pyramiden aufschichten. Anderswo machte er Städte dem Erdboden gleich. Verschont wurde mit kalter Berechnung nur, wer ihm von Nutzen sein konnte: Geistliche, Gelehrte und Kunsthandwerker.

Sein letzter großer Gegner war der Herr eines aufstrebenden Reichs. Unter vielen Verlusten besiegte er ihn, nahm ihn gefangen und demütigte ihn. Der ehemalige Herrscher musste sich niederwerfen und ihm als Schemel dienen, wann immer er mit seinem lahmen Bein das Pferd bestieg. Die Macht über sein Riesenreich hielt er allein durch Terror und persönliche Gefolgschaft aufrecht. Etwa siebzig Jahre alt, brach er zu einem großen Feldzug nach Osten auf. Nahe der Grenze bezahlte der eigentlich mäßige Trinker einen mehrtägigen Wein- und Arrak-Exzess mit dem Leben. Sein großer Traum zerfiel mit ihm. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 26:
Sir Paul McCartney (*18. Juni 1942 in Liverpool) war neben John Lennon, der 1980 einem Attentat zum Opfer fiel, Kopf der Beatles. Nach zehn Jahren löste sich die Band 1970 auf. Ihre Songs wie "Hey Jude", "Yesterday", "Let it be" und viele andere gehören längst zum kulturellen Erbe des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Frau Linda, die 1998 an Krebs starb, gründete er 1971 "The Wings". Er spielte bis heute mehr als 30 Alben ein, handelte sich Verrisse, aber auch Lob ein (1997 erschien "Flaming Pie", das als sein bestes Solowerk gilt). Drei seiner CDs erschienen unter dem Pseudonym "The Fireman". Von den "Fab Four" leben nur noch McCartney und Ringo Starr, George Harrison erlag 2001 einem Krebsleiden