Vor 10.000 Jahren begann der Mensch, Getreide anzubauen und es zu lagern. Seitdem zählt er die Maus zu seinen Feinden. Denn dem kleinen Säugetier schmeckt alles, was auch der Mensch gerne isst, neben Getreide auch Brot, Süßigkeiten, Würste oder Pasta. Ein nagender Allesfresser also. Und weil der Schädling sich nicht auf Abfälle beschränkt, führte Homo sapiens zunächst die Hauskatze ein. Bald wehrte er sich auch mit technischen Mitteln gegen den Schmarotzer in der Vorratskammer. Daraus wurde ein ewiges Ringen, für das der Autor Wolfhard Klein sich leidenschaftlich interessiert. In dem Buch Mausetod! zeichnet er eine "Kulturgeschichte der Mausefalle", die bis in die Steinzeit zurückreicht.

Bügelfalle

Ein steinzeitliches Felsrelief aus Valcamonica (Italien) zeigt das Modell einer Bügelfalle. Forscher fertigten einen Nachbau und testeten ihn. Er funktioniert, und zwar ähnlich wie ein Fangeisen: Der obere Bogen wird aufgespannt und mit dem Stab fixiert – bei Berührung schlägt er zu.

Schussfalle

Mäuse kann man auch erschießen – diese Idee ist schon 200 Jahre alt und immer noch aktuell: Ein Selbstschussgerät wird mit der Mündung voran ins Mauseloch geschoben. Will das Tier den Gang freiräumen, drückt es gegen den vorstehenden Ring – durch den dann das Blei geflogen kommt.

Schwerkraftfalle

Sobald ein Mäuschen an dem Köder ruckelt, fällt der Schieber herunter, und das Tongefäß wird zum Gefängnis. Diese deutsche Schwerkraftfalle stammt vermutlich aus dem Jahr 1690. Bereits vor 4000 Jahren gab es in Ägypten ähnliche Modelle – in Klein für Mäuse, in Groß für Ratten.

Drahtkastenfalle

Torsionsfallen sind Modelle, deren Klappe nicht mittels der Schwerkraft, sondern durch Zug oder Druck geschlossen wird. Solche mit Spiralfedern ausgerüsteten Kastenfallen werden seit Mitte des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Die Pforte schlägt zu, sobald die Maus am Köderhaken zieht.

Hightech-Box

Auf dem neusten technischen Stand ist die BioTec-Klute-Permanent-Monitoring-Nagerfalle. Sie meldet seit 2009 Fangerfolge umgehend per SMS oder E-Mail an ihren Besitzer. Die zum Senden benötigte Energie liefert die Maus selbst – indem sie die Falle auslöst.

Wippbrettfalle

Seit 300 Jahren tippeln Opfer dieser Fallentechnik über ein kippendes Brett (von hinten) ins Innere. Ist die Beute drin, wippt das Brett zurück und versperrt den Ausgang. Ein Katalog von 1909 verrät, was mit den Gefangenen zu tun sei: in einen Sack füllen und diesen gegen eine Wand schlagen.