Berlin und die Hochhäuser fanden nie richtig zusammen. In den zwanziger Jahren wurden hier, mit Amerika als Vorbild, wie wild Türme gezeichnet, aber keine gebaut, so rasch kam die Wirtschaftskrise. Die Nazis wollten nicht steil in die Höhe bauen (sie waren wohl größen-, nicht aber höhenwahnsinnig), weil sie Wolkenkratzer wahlweise für amerikanisch oder für bolschewistisch hielten.

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Die DDR schenkte Berlin dann immerhin ein paar hohe Türme, darunter ein Hotel am Alexanderplatz , das zumeist von Westlern besucht wurde. Nach der Wende gab es wieder große Pläne: den Alexanderplatz mit Hochhäusern umstellen! Wurde auch nichts. Hochhäuser sind teuer und lohnen sich, wenn überhaupt, nur, wenn Bauland extrem teuer ist. (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier )

So wie in Frankfurt, das mit den Hochhäusern nach dem Krieg auch die Schmach vergessen machen wollte, nicht Westhauptstadt geworden zu sein. Heute kann Berlin glücklich sein: erstens Hauptstadt, zweitens frei von Bauten, die nur hoch und nicht besonders schön sein mussten.