Nun wurde also Abschied genommen von einer Ära. Sechs Stunden Pompe funèbre. Ein farbenprächtiges Spektakel, ein wenig retro möglicherweise, aber wie gemacht für die Dutzenden Fernsehkameras, die es live in die Wohnzimmer der Nation übertrugen. Ergo: Fantastische Quote für das Haus Habsburg. Man kann tatsächlich, wie das ja auch in Endlosschleife getan wurde, von Versöhnung sprechen. Versöhnung? Oder Verhöhnung? Einerlei, sogar das Staatsoberhaupt beehrte die telegene Trauerfeier. Er vertrete die Republik, erklärte der Präsident mit sonorer Stimme. Rätselhaft, diese Vertretung. "Nach außen", wie es die Verfassung vorsieht, kann wohl nicht gemeint sein. Vielleicht dann vor der Majestät des Todes? Oder gar vor dem angemaßten Gottesgnadentum und dem habsburgischen Wappenschmuck, der das schwarz-gelbe Sargtuch zierte?

Zu diesem Visavis würde die Republik allerdings eher keinen Vertreter entsenden wollen. Man wird diesen Vertretungsanspruch vermutlich nie ergründen. Heinz Fischer trat übrigens schon in früheren Zeiten als Vertreter in Erscheinung. Manchmal vertrat er Meinungen, häufiger lieber keine. Dann wieder vertrat er eine ganz andere. Je nachdem. Darauf kam es nie an. Eventuell wollte sich der Bundespräsident diesmal auch nur ein wenig die Füße vertreten, weil es in der Hofburg gerade wie ausgestorben war. Jedenfalls im Namen der Republik. Beim Ende einer Ära. Ende gut, alles gut?