Seit dem 10. März  versuchen wir im Politikteil der ZEIT, Politik von einer anderen Seite und auf  andere Art wahrzunehmen.  Elf Lyrikerinnen und Lyriker verfassen eigens für die ZEIT Gedichte, sie zeigen uns ihre Sicht auf die Politik. Mal schreiben sie  unabhängig von den  Ereignissen, mal gehen sie direkt auf politische  Erlebnisse ein. Womit wir anfangs nicht  gerechnet hatten, das ist die Fülle und Dichte der  Ereignisse, wie wir sie seit  Anfang dieses Jahres  erleben. Die Gedichte  wurden häufig sehr aktuell verfasst. Diese Woche  huldigt Daniela Danz drei mächtigen Männern: Silvio Berlusconi, Mahmud Ahmadineschad und Wladimir Putin.

Daniela Danz: The embedded Poet

                                        für B.M.

1

Nicht schwer möglich ist es Vermögenden Zuneigung

zu gewinnen unter dem fernsehenden Volke

So auch du Silvio tatest dich hervor unter den Männern

zu versorgen die harrenden Menschen

mit zeitvertreibenden Sendern und nicht ein Geringes

sind alle die Mittel welche du darbrachtest

der staunenden Menge als in brausenden Wagen

unantastbar du die Gesetze anderslautend erließest

2

Du aber Mahmud bist den der Unsterblichen Höchster

nahe zu sich rief wiewohl deine kluge Herrschaft

den Gleichdenkenden schmeichelt denn fernhintreffende

Reden entzücken nicht höchste Gerechte nur

deren Wiederkehr wir wie du erwarten

Nicht ist es strengeres Maß das die Sterblichen richtet

sondern Güte die längstens dem Unverstand hinter

den Flanken der westabfallenden Berge verborgen

3

Wenn mit den flinken Wasserbewohnern Wladimir

du an einsamen Flüssen kämpfst und deine brünierte

Brust uns im Äther flimmernd erscheint ist es an Dichtern

daß die Zunge sich löse in wohlgefügten Worten

der nie vergessenen Sprache zu preisen dein Glück

Denn nicht nur die Fische bewegen sich flink

in ihrem angestammten Gebiet auch dir ist unstrittig

währende Herrschaft über das breitlagernde Land