Wenn man als sechstes Kind eines Gebrauchtreifenhändlers in irgendeinem Vorort geboren wird, ist das kaum die Eintrittskarte in eine glamouröse Zukunft. Es sei denn, man hat eine Mutter, die das Talent des Kindes von früh an fördert. "Meine Mutter war Schauspielerin und Schwimmerin und schon 42, als sie mich bekam", erinnerte er sich, und: "Wir waren nicht gerade arm, aber reich waren wir auch nicht, deshalb gab sie Schauspielunterricht. Wir Kinder haben alle etwas davon mitbekommen." Und das zahlte sich auch aus: "Alle wurden entweder Schauspieler oder Rocksänger." Er als Nachzügler hatte es besonders eilig. Verließ die Schule, jobbte hier und da, drehte Werbespots, suchte sein Glück auf der Musical-Bühne – und fand es in einer Fernsehserie. Fast schlagartig war er bekannt: "Ich bekam an die zehntausend Briefe im Monat. Ein Mädchen schickte ein Nacktfoto von sich auf einer Ranch, die aussah wie in Vom Winde verweht . "All das kann Dein sein", stand auf dem Foto. Und auf der Rückseite: "Ruf mich an. Ich bin sehr reich."

Was er nicht tat, wozu auch? Er verdiente ja selber schon 12.000 Dollar pro Woche, nicht schlecht mit 21. Und außerdem war er dabei, den größten Erfolg seiner jungen Karriere vorzubereiten. "Als ich das Drehbuch in die Hände bekam, war mir klar, dass das sehr schwer werden würde." Aber wer sich gegen fünf große Geschwister behaupten kann, der lässt sich nicht so schnell abbringen von der Zielgeraden. Nach einem halben Jahr intensiven Trainings "hatte ich die Rolle in der Tasche". Der Film spielte Millionen ein und ermöglichte ihm die Finanzierung seiner größten Leidenschaft, dieser, wie er es nennt, "magischen Mischung aus Herausforderung und Glück": Er lernte fliegen.

Freilich, wer den Himmel stürmt, kann in Wind und Wetter geraten und schlimmstenfalls abstürzen. Tatsächlich schrammte er als Pilot im Cockpit einmal messerscharf am Tod vorbei: "Die Elektronik an Bord fiel aus... Aber ich wurde nicht panisch, sondern landete die Maschine ganz sicher. Das Tapferste, was ich je gemacht habe." Beruflich ging es, um im Bild zu bleiben, eher im Spiralflug nach unten, nach und nach verlor er an Höhe. War irgendwie zwar da, doch so richtig beachtete ihn keiner. Und auch privat häuften sich die Verluste, als seine damalige Lebensgefährtin und die geliebte Mama starben (die übrigens irischer Abstammung gewesen war).

Seinem Optimismus blieb er gleichwohl treu: "Du darfst nicht aufgeben, selbst wenn die Erfahrungen mal entmutigend sind." Er sollte recht behalten, denn eines Tages erinnerte sich einer an den Helden seiner Kindheit und überredete ihn zu einer Rolle, mit der er alle verblüffen sollte. Mit nur einer Szene beamte er sich ins Rampenlicht zurück – als "erster postmoderner, ironischer Antiheld", wie eine Kritikerin schrieb. Er selbst drückt es simpler aus: "Ich werde berühmt sein, bis ich hier weg bin." Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 29:
Jacques-Yves Cousteau (1910 bis 1997) , Kapitän der "Calypso", war durch seine Fernsehserie "Geheimnisse des Meeres" weltweit bekannt. Er gilt als Vater des Tauchsports, stellte einen Rekord im Freitauchen auf, entwickelte die "Aqualunge" und gründete eine Firma für Taucherausrüstung. Seit seinem 13. Lebensjahr begleitete ihn eine Kamera, so entstand der Film "Die schweigende Welt", für den er 1953 die Goldene Palme und 1957 den Oscar erhielt. Ein zweiter Film dokumentiert den Versuch einer menschlichen Siedlung unter Wasser. Er wurde Direktor des Ozeanografischen Instituts in Monaco, setzte sich früh gegen die Verschmutzung der Meere und für einen verantwortlichen Umgang mit der Umwelt ein