Man kann sich auf nichts mehr verlassen, nicht mal auf Dortmund. Nein, hier sind ausnahmsweise nicht die Fußballer gemeint, die wurden mit Glanz und Gloria Deutscher Meister und verzauberten selbst Menschen im tiefsten Bayernlande. Sondern das Traditionsturnier Sparkassen Chess Meeting. So gewiss wie das Amen in der Kirche war die Teilnahme von Wladimir Kramnik (Russland), der das Turnier schon neun Mal gewonnen hat, des Ungarn Peter Leko, der in Dortmund die Frau fürs Leben fand, und schließlich des in Dortmund lebenden deutschen Spitzenspielers Arkadi Naiditsch. Zwar keine heilige, aber doch zutiefst Dortmunder Dreifaltigkeit. Indes – von ihnen wird nur Wladimir Kramnik bis zum 31. Juli auf der Bühne des Schauspielhauses die Stirn in Falten legen. Ihn als Favoriten bedrängen der letztjährige Sieger Ruslan Ponomarjow (Ukraine), der Vietnamese Le Quang Liem, der schier unglaublich zwei Mal hintereinander das Moskauer Aeroflot-Open gewann, die deutsche Nr. 2, Georg Meier (23), der erst 17-jährige Niederländer Anish Giri, der schon Carlsen vom Brett fegte.

Und – last but certainly not least – der US-Boy mit japanischen Wurzeln, Hikaru Nakamura (23). Im Januar gewann er überraschend im niederländischen Wijk aan Zee vor Anand, Carlsen, Aronjan und Kramnik. Und besiegte Kramnik danach beim Schnellschachturnier in Monaco. Wie gewann Nakamura als Schwarzer am Zug augenblicklich, weil einer seiner Freibauern sich unweigerlich zu einer neuen Dame krönte?

Lösung aus Nr. 29:
Welch höchst ungewöhnlicher Zug brachte Weiß eine Figur ein? Nach 1.Kxf3! Df6 (Schwarz kann die exponierte Stellung des weißen Königs nicht nutzen) 2.Tf5 Dh6 3.Txf4 war der Läufer f4 gefallen. Hingegen hätte 1.Txf5 Lxd1 oder 1.gxf3 Df6 2.Tf5 Dh4+ zu nichts geführt