Wie schafft es ein Film, so bewegend zu sein und dabei alles über die Mühsal eines achtzigjährigen Lebens zu erzählen? Minutenlang folgt die Kamera in Lola (Rapid Eye Movies), dem Film des Philippiners Brillante Mendoza, einer alten Frau und einem Jungen durch verregnete Straßen. Verzweifelt versuchen die beiden, in einer abgerissenen Ecke eine Kerze anzuzünden. Sie soll an ihren Enkel erinnern, der hier umgebracht wurde. Mendoza wackelt mit Lola durch Manila, zum Gericht, wo sie Klage gegen den Mörder erhebt, zum Bestatter, wo sie sich für einen Sarg verschuldet, und in ihre Behausung am Rande eines überschwemmten Flusses.

Parallel folgt die Kamera einer anderen Großmutter: der des Mörders. Auch sie sammelt Geld, versetzt ihr bisschen Hab und Gut, um die Klage abzuwenden. Lola erzählt vom alltäglichen Überlebenskampf, den die beiden Heldinnen mit Beharrlichkeit und Würde führen. Es ist ein Schicksalsfilm über zwei Greisinnen, die durch eine schreckliche Tat verbunden werden und einander als Spiegelbild erkennen.