Nicht nur, weil das Badewetter zurückgekehrt ist, wollen wir an dieser Stelle jene Dame würdigen, die zur glamourösen Nixe der Filmgeschichte wurde. Am 8. August feiert Esther Williams, MGM-Star, Schwimmgöttin und Satinbadekappen-Königin, ihren 90. Geburtstag.

Sie ist die Frau, die uns gezeigt hat, wie man in einem 6000-Kubikmeter-Becken im Tutu an einer Metallstange tanzt, mit einem Diamantkrönchen auf eine Unterwasserkamera zupaddelt oder elegant aus einer riesigen weißen Muschel zur Pooloberfläche schwebt.

Den Pirouetten ihrer Pool-Auftritte standen die Pirouetten der Drehbücher in nichts nach, die Williams unter dramaturgischen Verrenkungen um jeden Preis ins Wasser schickten: auf Wasserskiern, an Ringen und Trapezen baumelnd, Rampen hinabgleitend, von Fontänen getragen. Esther Williams verband den Hollywood-Pomp der fünfziger Jahre mit einem ewig backfischhaften Sportsgeist. In ihrer Jugend war sie mehrfache US-Schwimmmeisterin, am Ende ihrer Karriere wurde sie Patin der neuen Sportart Synchronschwimmen. 1999 schrieb sie ihre Autobiografie The Million Dollar Mermaid , eine gnadenlos ehrliche Abrechnung mit den großen Studios und jedem, der je seinen Fuß hineingesetzt hatte.

Wir erfahren darin, dass Esther Williams, die später eine Bademodenfirma gründete, den Bikini als obszöne Entgleisung ablehnte. In dem Buch ist auch zu lesen, dass sie Ende der fünfziger Jahre an Depressionen litt und sich auf Anraten von Cary Grant auf einen medizinisch überwachten LSD-Trip begab. Man mag sich vorsichtig ausmalen, wie sich in diesem Drogenrausch die grelltürkisen Poolwände, pinkfarbenen Seerosen und purpurnen Baderoben ihrer Filme mit den Stationen eines Lebens verbanden, dessen Tage bis heute – glaubt man Hollywoods Society-Reportern – jeden Morgen mit einem jauchzenden Nacktbad im heimischen Pool in Beverly Hills beginnen.