Fußballfans verlangen oft nach Spielern "aus dem eigenen Nachwuchs", was so klingt, als habe sich jemand aus Vereinsgründen gepaart. Hat nicht der FC Barcelona, bester Verein der Welt, fast sämtliche Spieler selbst aufwachsen sehen? Aber das ist eine Sehnsucht, die kein deutscher Verein erfüllen kann, nicht mal der beste.

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

Der FC Bayern kaufte lange Jahre bei den immergleichen Vereinen ein, fast so, als seien diese ausgelagerte Jugendabteilungen. Das tröstete den Fan: Er ahnte, wer kam. Es gab die Karlsruher Jahre, die Leverkusener Jahre, die Bremer Jahre. So wurden nebenbei die Konkurrenten zermürbt (vgl. Leverkusen, stets nur fast Meister, acht Abkäufe seit 1990, so viele wie von keinem Verein sonst). (Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier)

Den Ruhrpott mied man, auch das hatte Tradition. Inzwischen kauft München querbeet ein, die letzten Neuen kamen aus Hoffenheim, Cottbus, Schalke, Stuttgart. So gleicht der FC Bayern einem modernen Konsumenten, der hier und da kauft und sein Zutrauen in den einen Händler seines Vertrauens verloren hat.